Teure Materialien, fehlende Fachkräfte und hohe Zinsen bremsen den Wohnungsneubau aus. Doch was bedeutet das für den Immobilienmarkt – und für Eigentümer, die verkaufen möchten?
Die Bauaktivität geht zurück, und das deutlich. In Augsburg und Umgebung liegen viele Bauprojekte auf Eis, da die bisherigen Berechnungen nicht mehr tragfähig sind. Sowohl private Bauherren als auch professionelle Entwickler stehen vor Herausforderungen: gestiegene Bauzinsen, zunehmende Materialkosten und ein eklatanter Fachkräftemangel. Dies führt dazu, dass der Neubau ins Stocken gerät, was nicht nur Wohnungssuchende betrifft, sondern auch den gesamten Immobilienmarkt in seiner Dynamik verändert.
Steigende Zinsen und Kosten bremsen Bauvorhaben aus
Die Finanzierung stellt für viele das größte Hindernis dar. Nach einer langen Phase niedriger Zinsen sind Baukredite nun erheblich teurer. „Heute zahlen Bauherren oft das Doppelte für Zins und Tilgung im Vergleich zu vor einigen Jahren“, erklärt Thomas Stahr, Geschäftsführer von Thomas Stahr Immobilien in Augsburg. Parallel dazu sind die Preise für Baumaterialien wie Ziegel, Stahl und Dämmstoffe stark gestiegen. Unter diesen Bedingungen sind viele Projekte wirtschaftlich kaum noch umsetzbar.
Dazu kommt ein Mangel an Personal: Handwerksbetriebe, Bauunternehmen und Planungsbüros arbeiten am Limit. „Wer bauen will, muss sich auf lange Wartezeiten und höhere Kosten einstellen“, so Stahr. Infolgedessen werden zahlreiche Bauvorhaben verschoben oder gar nicht erst in Angriff genommen.
Fehlender Neubau lenkt den Blick auf Bestandsimmobilien
Ein Rückgang beim Neubau führt zu einem begrenzteren Angebot, besonders in wachsenden Städten und beliebten Wohngebieten. Der Bedarf an Wohnraum bleibt jedoch hoch. Junge Familien suchen Platz, ältere Eigentümer möchten sich verkleinern, und der Trend zur Urbanisierung hält an. „Da neue Wohnungen fehlen, rückt der Bestand in den Vordergrund“, erläutert Stahr.
In vielen Regionen, einschließlich Augsburg, zeigt sich bereits, dass Bestandsimmobilien trotz der Zinslage wieder stärker nachgefragt werden. Objekte in guter Lage, mit moderner Ausstattung oder energetischen Sanierungen sind besonders gefragt. Auch ältere Immobilien mit Entwicklungspotenzial gelangen wieder ins Interesse, wenn Alternativen fehlen. Dies stabilisiert die Preise und stärkt die Position der Verkäufer.
Verkaufsvorteile für Eigentümer
Für Eigentümer bietet die aktuelle Neubausituation eine Gelegenheit. „Wer jetzt verkaufen möchte, hat weniger Konkurrenz durch Neubauten und trifft auf eine konzentrierte Nachfrage nach Bestandsobjekten“, bemerkt Stahr. In dieser Lage lassen sich realistische bis hin zu verbesserten Verkaufspreisen erzielen.
Ein weiterer Pluspunkt: Viele Käufer sind gut vorbereitet, haben sich intensiv mit Finanzierungsmöglichkeiten auseinandergesetzt und sind bereit, bei passenden Objekten schnell zu handeln. „Dies beschleunigt den Verkaufsprozess, vorausgesetzt, die Immobilie ist gut präsentiert und marktgerecht bewertet“, fügt Stahr hinzu.
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Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
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