Die Klimavorgaben für Gebäude werden konkreter. Zwar gibt es auf EU-Ebene keine pauschale Sanierungspflicht für einzelne Hausbesitzer, doch Deutschland muss die neue Gebäuderichtlinie bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht überführen. Zugleich steht der Gebäudesektor wegen des deutschen Klimaziels von minus 65 Prozent bis 2030 und zuletzt wieder gestiegener Emissionen weiter unter Druck. Für Eigentümer unsanierter Häuser lohnt sich deshalb jetzt der ehrliche Vergleich: modernisieren oder verkaufen.
Aktuelle Anforderungen für ältere Gebäude
Besitzer älterer Immobilien müssen nicht zwangsläufig sofort umfassend modernisieren. Dennoch legt das Gebäudeenergiegesetz bestimmte Nachrüstungen fest: So kann unter bestimmten Bedingungen die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs erforderlich sein, wobei für die Geschossdecke ein U-Wert von 0,24 W/(m²K) eingehalten werden muss. „Viele ältere Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, dürfen nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel“, erklärt Thomas Stahr, Geschäftsführer von Thomas Stahr Immobilien in Augsburg. In selbst bewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern treten bestimmte Pflichten meist erst nach einem Besitzerwechsel in Kraft, häufig mit einer Frist von zwei Jahren. Dennoch dürfen bestehende Heizsysteme prinzipiell weiterbetrieben und instandgesetzt werden.
Wann Modernisierungen finanziell sinnvoll sind
Ob sich eine Modernisierung lohnt, hängt maßgeblich von Faktoren wie der geplanten Nutzungsdauer, finanziellen Möglichkeiten und dem Zustand des Gebäudes ab. Laut co2online belaufen sich die Kosten für die Komplettsanierung eines 130-Quadratmeter-Einfamilienhauses abhängig vom Heizsystem auf etwa 130.000 bis 146.000 Euro. „Durch Förderungen, etwa von der KfW, können bis zu 150.000 Euro Kredit pro Wohneinheit mit Tilgungszuschüssen von 5 bis 45 Prozent gewährt werden“, betont Stahr. Für umweltfreundliche Heizungen sind Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich. Die BAFA-Zuschüsse für die Gebäudehülle beginnen bei 15 Prozent und können mit einem individuellen Sanierungsplan auf bis zu 20 Prozent steigen. Auch die Energieberatung wird zur Hälfte bezuschusst. Ein schrittweiser Sanierungsplan kann für Eigentümer, die ihre Immobilie langfristig behalten möchten, eine sinnvolle Strategie sein.
Warum der Markt unsanierte Immobilien kritischer sieht
Beim Verkauf von Immobilien spielt die Energieeffizienz eine zunehmend wichtige Rolle. Daten von ImmoScout24 zeigen von 2021 bis Ende 2025 bei Eigentumswohnungen einen Anstieg von 13 Prozent in der Effizienzklasse A, während die Preise in den Klassen G und H um 12 Prozent gefallen sind. Bei Einfamilienhäusern ist der Effekt weniger stark, doch seit 2023 sinken auch hier die Preise in den niedrigeren Klassen. „Das Kiel Institut schätzt den Preisunterschied zwischen Eigentumswohnungen der Klassen A+/A und D/E auf etwa 650 Euro pro Quadratmeter“, erläutert Stahr. Für Eigentümer, die eine kurze Verweildauer planen, hohe Investitionen vermeiden möchten oder eine Immobilie mit erheblichem Sanierungsbedarf besitzen, kann ein Verkauf wirtschaftlich sinnvoller sein als eine kostenintensive Modernisierung.
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Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
Foto: © Wordliner/Bild erstellt mit OpenAI’s Dall-E
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